Verantwortung: Was wir gegen Missbrauch tun
Täuschend echte Fake-Artikel und Verantwortung — wie passt das zusammen? Über private Links als Standard, die Aufklärungsbox unter jedem Artikel, unsere Hausordnung, die Melde-Funktion und die KI-Moderation, die in Kürze dazukommt.

Kurz: Eine Plattform für täuschend echte Fake-Artikel trägt Verantwortung — und wir nehmen sie ernst: Jeder Artikel startet privat, unter jedem steht die Aufklärungsbox, die Hausordnung zieht klare Grenzen, und gemeldet ist ein Artikel in dreißig Sekunden. In Kürze bekommt die Redaktion außerdem KI-Unterstützung beim Aufpassen.
Es ist die Frage, die uns seit 2017 am häufigsten gestellt wird — von Journalist:innen, Lehrkräften und Eltern gleichermaßen: „Kann man damit nicht ziemlich viel Unfug anrichten?" Die ehrliche Antwort: Ja, könnte man — wenn wir nichts dagegen täten. Genau deshalb ist der Schutz vor Missbrauch bei Paul Newsman keine Fußnote in den AGB, sondern in die Plattform eingebaut. Hier ist, wie.
Privat ist der Standard
Der wirksamste Schutz kommt zuerst: Jeder Artikel startet privat. Er ist nur über einen geheimen Link erreichbar — nicht verlinkt, nicht gelistet, nicht auffindbar. Für den klassischen Einsatz (der Streich im Familienchat, die Übung im Klassenzimmer) reicht das völlig, und für die meisten Artikel bleibt es dabei. Öffentlich wird ein Artikel nur, wenn seine Autor:in das bewusst entscheidet — und in unsere Schlagzeilen schafft er es erst, nachdem wir ihn geprüft und freigegeben haben.

Die Aufklärungsbox reist immer mit
Unter jedem einzelnen Artikel — privat oder öffentlich, von Menschen geschrieben oder mit KI — steht die Aufklärungsbox: Dieser Artikel ist frei erfunden, so übt man Echtes von Erfundenem zu unterscheiden, und wer ihn unangebracht findet, kann ihn direkt von dort melden. Sie ist nicht abschaltbar, nicht wegzukaufen und nicht zu übersehen, sobald man scrollt. Die Täuschung endet immer mit ihrer eigenen Auflösung — das ist der Kern des Medienkompetenz-Gedankens.

Klare Regeln statt Kleingedrucktem
Unsere Hausordnung ist bewusst menschenlesbar geschrieben — und bewusst deutlich: Satire, Übertreibung und auch starke Verfremdung gehören hier dazu; erfundene Todesmeldungen, ernstgemeinte Strafvorwürfe gegen reale Personen, Panikmache, Hetze oder gefährliche Medizin-„News" nicht. Der Schockmoment gehört zum Witz — der Schaden nicht. Die Faustregel daraus geben wir gern weiter:
„Wenn deine Idee auch nach dem Bekanntwerden als Satire jemanden in echte Gefahr bringt, ernsthaft verleumdet oder gesellschaftlich Schaden anrichtet, gehört sie nicht hierher."
Ein paar Leitplanken zieht dabei der Editor gleich selbst ein: Kürzel echter Nachrichtenagenturen (dpa, AFP, Reuters …) erkennt er beim Tippen automatisch und ersetzt sie durch unser fiktives „fpa" — die Fingierte Presse-Agentur. Kleine Sache, große Wirkung: Ein Fake soll wie eine Zeitung aussehen, aber sich nie mit den Insignien echter Nachrichten schmücken.

Melden ist einfach — und wird gelesen
Wer einen Artikel für unangebracht hält, braucht kein Konto und keine Begründung in Juristendeutsch: Der Melde-Link in der Aufklärungsbox führt auf ein Formular, das in dreißig Sekunden ausgefüllt ist — auf Wunsch anonym. Jede Meldung sichten wir selbst; wer eine E-Mail-Adresse hinterlässt, kann von uns eine Rückfrage oder Antwort bekommen — versprechen tun wir sie bewusst nicht. Zur Klärung kann der Inhalt einer Meldung bei der verantwortlichen Person landen — bei Artikeln aus dem Unterricht bei der betreuenden Lehrkraft; wer gemeldet hat, verraten wir dabei nie. Und damit die Erwartungen stimmen, sagt das Formular auch ehrlich dazu: Überspitzte Satire ist erlaubt — sie muss niemandem gefallen, das allein ist noch kein Löschgrund.

Wenn es ernst wird
Satire schützt viel — aber nicht alles, und sie anonymisiert nichts. Wer bei uns veröffentlicht, verantwortet seinen Artikel selbst; das steht so in der Hausordnung, und es ist ernst gemeint. Bei rechtlich gültigen Anfragen von Strafverfolgungsbehörden geben wir die vorliegenden Informationen heraus, und bei klar strafbaren Inhalten erstatten wir auch von uns aus Anzeige. Die Plattform ist für Witze gebaut, nicht als Versteck.
Wir haben schon einmal den Stecker gezogen
Falls sich das alles nach wohlfeilen Absichtserklärungen anhört: Es gibt einen Präzedenzfall. Im März 2020, zu Beginn der Corona-Pandemie, haben wir das Artikelschreiben komplett abgeschaltet — uns war das Risiko frisch erfundener Schlagzeilen über Impfungen und Schulschließungen in einer verunsicherten Zeit schlicht zu hoch. Erst zwanzig Monate später ging es wieder los. Eine Plattform, die im Zweifel lieber sich selbst lahmlegt als Schaden zu riskieren, meint es mit der Verantwortung ernst — das dürft ihr uns gern vorhalten, falls wir je nachlassen.
Ausblick: Die KI liest mit
Seit dem Relaunch schreibt bei uns auch eine KI — Grund genug, sie auch beim Aufpassen einzuspannen. Was wir dafür bauen (ehrlich gesagt: noch nicht fertig, es kommt in Kürze): eine KI-Moderation, die neue Artikel automatisch gegen die Hausordnung prüft und auffällige Fälle der Redaktion vorlegt — und die bei Meldungen den gemeldeten Artikel gezielt auf den Meldegrund hin analysiert, damit nichts in der Warteschlange versauert. Die letzte Entscheidung bleibt bei Menschen; die KI sorgt dafür, dass sie schneller fällt.
Bis dahin gilt, was immer galt: privat als Standard, Aufklärung unter jedem Artikel, klare Hausordnung, offene Ohren für jede Meldung. Warum es Paul Newsman trotz allem — nein: gerade deshalb — gibt, erzählt unser Relaunch-Rückblick.
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