Seit März 2026 lief ein geheimes Experiment am Kreisverkehr am Bahnhof. Mehr als 34.700 Menschen passierten die Szene. Forscher sagen: Erkenntnis durch Täuschung. Die Betroffenen sind fassungslos, niemand hat etwas bemerkt.
Seit März 2026 lief am Kreisverkehr am Bahnhof ein wissenschaftliches Experiment – bis Juli 2026. Betroffen waren exakt 34.721 Menschen: Pendler, Anwohner, Fahrradfahrer. Ziel war zu testen, ob kleine Eingriffe in Form, Farbe und Beschilderung überhaupt wahrgenommen werden. Die Erkenntnis: fast niemand nahm etwas wahr. Warum? Um spontane, unmanipulierte Reaktionen zu bekommen.
Erhoben hat diese Studie das Institut für Stadt- und Wahrnehmungsforschung (ISW) mit Sitz in Lübeck, gegründet 2018. Die Projektleitung nennt das Projekt Rundblick, Aktenzeichen ISW-RB-2026-07. Die Stadtverwaltung hatte einer getarnten Versuchsanordnung zugestimmt – offiziell als „Optimierungsmaßnahme“ angemeldet, praktisch unscheinbar umgesetzt: Randsteine minimale fünf Zentimeter versetzt, eine Zierstraße anders gepflastert, ein Schild mit neutraler Schriftart getauscht.